über die Himmelsleiter bis zum Gipfelkreuz auf Granitblöcken

Lusen - Bayrischer Wald (1373m)

 

Über die Himmelsleiter

zum Gipfelkreuz auf Granitblöcken

 

Wer denkt, dass man als Regensburger, für tolle Berg-Touren unbedingt ewig weit weg in den Urlaub fahren muss der liegt falsch. Wir haben hier den Luxus in direkter Nähe zum  Bayrischen Wald zu leben &  nach einer kurzen Autostunde die wunderschöne Natur dort genießen zu können. 

 

Der Lusen ist mit seiner Höhe von 1373m nach dem großen & kleinen Rachel, dem großen & kleinen Arber, sowie Plattenhausenriegel der sechst höchste Berg im bayrischen Wald/ Böhmerwald. Er überzeugt durch eine schöne & sehr abwechslungsreiche Landschaft vom Bergfuß bis zum Gipfel. Langweilig wird es auf dem Weg sicher nicht - im Gegenteil. Eine Variante zum Aufstieg beginnt entlang der kleinen Ohe, deren glasklares Wasser sich den Weg, hindurch zwischen dicken, bemoosten Felsen & über umgestürzte Bäume bahnt. Junge Farne, Sumpfdotterblumen & verschiedenste Wassergräser färben das Ufer in tollen Farbtönen. Wasserrauschen, Vogelgezwitscher & ein Lauer Wind, der durch die frischen Buchenblätter raschelt - sonst ist nichts zu hören. Es dauert nicht lange bis ich an der Martinsklause angelangt bin - ein kleiner Stau-See, in dem sich glitzernd die Sonne & Fichtengipfel spiegeln. Von hier an geht es etwas steiler bergauf - ein abenteuerlicher, verwucherter Weg führt mich immer höher & läuft schließlich vorbei am bekannten Teufelsloch. Zwischen die warmen Sonnenstrahlen mischt sich an dieser Stelle immer wieder eine kühle Briese, welche aus versteckten Eis & Schneefeldern zwischen den groben Granitfelsen strömen. Nach einer stärkenden Brotzeit geht es weiter - Nicht weit von hier kann ich beobachten wie die Bewaldung immer weniger wird. Das saftige Grün von Tannen, Fichten & Buchen, weicht hier nach & nach kahlen, umgestürzten & von Borkenkäfern durchfressenen Baumstämmen - bis ich schließlich vor einem riesigen, von leuchtend grünem Moos überwuchertem Granitfelsen-Meer zum stehen komme & das Gipfelkreuz schon in greifbare Nähe rückt. Das letzte Stück erfordert noch ein paar Klettereinheiten, die Himmelsleiter führt mich immer näher an mein Ziel & dann wird die ganze Anstrengung durch einen atemberaubenden Rundumblick belohnt. Ein angenehmer Wind verschafft Abkühlung - ebenso wie ein kühles Gipfelbierchen. Herrlich. Für mich ist es jedes Mal wieder ein einzigartiges Gefühl auf einem Berggipfel zu stehen - egal wie hoch dieser ist. Hier oben wird mir immer bewusst wie klein der Mensch eigentlich ist. Und wie gigantisch & beeindruckend die Natur mit ihrer Schönheit, den Menschen doch locker in den Schatten stellt. Das ist für mich die Verwirklichung des Begriffes Freiheit. Freiheit & freie Sicht - auf das wirklich wichtige im Leben - glücklich mit dem zu sein was man tut & wer man ist. Nach einer kurzen Rast steige ich über die Lusenschutzhütte nach Süd-Osten ab. Es geht immer weiter bergab, quer durch das Kerngebiet des Nationalparks Bayrischer Wald. Ich genieße die Zeit hier wirklich. Zeit für mich & qualitative, gmeinsam genutzte Zeit mit meinem Freund, der mich begleitet hat - für solche Ausflüge sollte man sich wirklich öfters, bewusst Zeit nehmen. Nach fünf Stunden, einem kleinen Umweg - ja vielleicht sind wir mal falsch abgebogen & deshalb noch etwas mehr als geplant erkundet - geht es wieder nach Hause - mit tollen Eindrücken & voll aufgeladenen Akkus im Gepäck. Hallo Muskelkater, ich freue mich auf dich. 

 

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