Glück & was es mit mir selbst zu tun hat.

Glück
/Glǘck/
Substantiv, Neutrum [das]
[ohne Plural] 
etwas, was Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände ist; besonders günstiger Zufall, günstige Fügung des Schicksals

... so definiert der Duden, das Wort welches man so oft - in den unterschiedlichsten Situationen, von den unterschiedlichsten Menschen - zu hören bekommt. Gerade in Situationen wie der aktuellen, in der Corona um sich greift, Existenzen zerstört, Familien spaltet & einfach alles was zuvor völlig selbstverständlich war, auf den Kopf stellt - wird von betroffenen Menschen am Glück gezweifelt. Auf der anderen Seite stehen die Menschen, welche aus der Situation positives schöpfen können & sich selbst als Glückspilze deklarieren. 

 

"Ich habe einfach kein Glück", "das macht mich echt glücklich!", "du kannst dich wirklich glücklich schätzen!", "zum Glück ist nichts schlimmeres passiert!" ... in jeder dieser - vom Inhalt her - völlig unterschiedlicher Aussagen steckt es - das vermeintliche Glück. Doch wer oder was ist dieses Glück, von dem alle immer sprechen?

Und wann taucht dieses Glück bei uns auf - nur in Extremsituationen? 

 

Ist Glück eine Person? Ein Ort? Eine ganz bestimmte Zeit im Leben? Etwas zum Essen? Eine Superkraft? Ein Gut das nur für ausgewählte Leute bestimmt ist? Hab ich etwas falsch gemacht dass ich kein Glück habe? Verlässt mich das Glück wenn ich es zu sehr strapaziere? Und was macht das Glück eigentlich wenn es gerade nicht bei mir ist? 

 

Oder: ist Glück vielleicht gar nicht so abstrakt wie man denkt? Fragen über Fragen - Fragen die Antworten brauchen. Doch eine Antwort, welche jeden einzelnen von uns zufrieden stellt gibt es an dieser Stelle einfach nicht. Denn ich glaube, dass Glück kein genau definierbarer & im Wörterbuch nachzulesender Begriff ist. In einem Punkt hat der Duden sicher Recht: Glück nehmen die meisten von uns als etwas positives wahr. Glück ist, wenn sich etwas besonders günstig zusammenspielt, es für einen gut läuft & manchmal tendiert man auch dazu, all diese Vorkommnisse als einen Wink des Schicksals, zu verbuchen. 

 

Doch was nicht im Wörterbuch steht: Glück ist ein starkes, ganz individuell, subjektiv wahrgenommenes Gefühl. Ein Gefühl hinter dem unzählig viel stecken kann. Doch wie immer wenn es um Gefühle geht, ist es gar nicht so einfach der Sache, um die es einem im Moment wirklich geht, auf die Schliche zu kommen. Wenn man sich mit anderen Leuten unterhält & sie nach ihrem persönlichen Glück frägt - erhält man völligst verschiedene Antworten. Was für die eine Person unendliches Glück bedeutet, kann für eine andere der blanke Horror sein. Wo der Hochleistungssportler sein Glück im Beschreiten des IronMan findet, zeigt diesem die Couchpotato den Vogel & schätzt sich glücklich über einen tollen Film im Fernsehn & eine Packung Chips auf dem gemütlichen Sofa.

 

Wo fängt also Glück an & wo hört es auf? Kommt & geht unser Glück? So wie der Sommer & Winter jedes Jahr? Schwer zu sagen. Doch ist das alles wirklich so wichtig zu wissen? Der entscheidende Punkt an der ganzen Sache ist doch für sich allein zu entscheiden was man benötigt um Glück für sich zu empfinden & damit zufrieden zu sein. Ständig nur auf andere zu schauen, sich an ihrem nach außen groß wirkendem Glück zu orientieren & diesem hinterher zu eifern, wird keinen einzigen von uns jemals glücklich machen. Und da sind wir schon bei dem Adjektiv: "glücklich" angekommen. Wie bin ich? Glücklich. Wer sagt mir denn wann ich glücklich bin?

 

Darauf habe ich eine ganz klare Antwort: DU selbst! Du entscheidest was du aus dir & deinem Leben machst. Du entscheidest ob du dein Glück selbst in die Hand nimmst, deinem Herzen folgst & das tust was dich erfüllt. Mag sein dass das auch nicht immer der optimalste & einfachste Weg ohne Widerstand ist, doch du kannst auf jeden Fall behaupten, dass du das alles für dich notwendige machst um glücklich & zufrieden zu sein. Und das ist im Endeffekt auch das Wichtigste daran. Du bist wichtig. Mit all deinen Kompetenzen, Ressourcen & auch deinen Schwächen. Niemand wird immer alles perfekt machen & jeden Tag aufstehen & mit einem breiten Lächeln im Gesicht durch die Gegend laufen. Aber es kommt auf deine innere Haltung, deine Grundeinstellung im Leben an! Und diese beschließt du für dich alleine & sonst niemand! 

 

Natürlich soll das jetzt nicht heißen, dass es das einzig wahre im Leben ist, nur auf sich & seine Bedürfnisse zu schauen! Im Gegenteil, ich bin fest davon überzeugt, dass man viel im Leben zurück bekommt wenn man auch zur richtigen Zeit etwas dafür gibt. Soziale Kompetenz, Rücksichtnahme, Empathie & auch mal zurückstecken zu können, sind ohne Frage wichtige Ressourcen, die für eine wertvolle Gesellschaft notwendig sind. Jedoch wird man im sozialen Kontext nie mit anderen Personen auf einen Nenner kommen wenn man für sich selbst noch nicht herausgefunden hat wer man ist & was einem wichtig ist im Leben - was einen glücklich macht. 

 

 

Für mich ist Glück jeden Tag das zu tun was mir mein Herz sagt & besondere Momente bewusst wahrzunehmen & mit meinen Liebsten zu teilen. Mit besonderen Momente meine ich jedoch keine großen, weltbewegenden Augenblicke - das kann auch ein schöner Sonnenuntergang an der Donau sein - oder auch mal das gemeinsame Trauern. Glück ist für mich unsere nahezu grenzenlose Freiheit zu genießen, draußen in der Natur zu sein & mich von Situationen leiten zu lassen. Glück verläuft sicher nicht immer nur in eine Richtung - es macht unterwegs Kurven, überschlägt sich an manchen Stellen & manchmal versteckt es sich auch hinter Hindernissen. Wichtig ist, es immer wieder zu finden & es bewusst zu erleben & zu genießen. Denn dann kann jeder von sich behaupten:

 

"ICH bin glücklich."

 

 

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